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Jedem Mann kann es passieren, dass er beim Sex keine Erektion bekommt oder diese nicht aufrecht halten kann. Denn: Faktoren wie Stress im Beruf, Existenzängste oder ein mangelndes Selbstbewusstsein können die lustfördernde Wirkung des Testosterons beeinträchtigen. Aber hinter dem Problem kann auch eine teilweise Verkalkung der Penisarterien stecken. Auch jeder zehnte Diabetiker ist betroffen. Oft ist die Erektionsstörung sogar das ersten Anzeichen dieser Erkrankung. Weitere Krankheiten, die die männliche Standfestigkeit beeinträchtigen, sind Nierenschwäche, Multiple Sklerose und Krebs. Viele Erektionsprobleme lösen sich wie von selbst, wenn man die dahinter stehende Grunderkrankung behandelt. Übergangsweise kann der Arzt Betroffenen auch eine der neuen Potenz-Pillen (medizinisch: PDE-Hemmer, z.B. Levitra oder Viagra) verschreiben. Diese bauen die Erektion auf, wenn der Mann Lust empfindet oder hilft, diese aufrecht zu erhalten. Davon zu unterscheiden ist die vermeintliche Impotenz: Wenn in einer zerrütteten oder erkalteten Ehe keine Lust mehr aufkommt, ist das nämlich keine männliche Schwäche, sondern eine Ehekrise.

Wenn der Mann von seinem „besten Stück“ spricht, meint er nicht etwa den Kopf als Sitz der Gedanken. Er meint auch nicht das Herz als Sitz der Gefühle. Nein, als bestes Stück bezeichnet er ganz eindeutig seinen Penis. Vielleicht liegt das daran, dass dieses Organ sowohl seine Gedanken als auch seine Gefühle stark beeinflusst und darüber hinaus auch noch Lust spendet? Gründe genug, sich dieses „beste Stück“ einmal genauer anzuschauen.

Der Penis hat mehrere Aufgaben
Ein Penis hat drei Funktionen, nämlich Wasserlassen, Erektion und Ejakulation. Das Wasserlassen ermöglicht die Harnröhre, ein dünner Schlauch, der mit der Blase verbunden ist. Für die Erektion sind drei Schwellkörper zuständig, die den Penis der Länge nach durchziehen. Die Schwellkörper bestehen aus einer glatten Muskulatur. Das hat Konsequenzen: Die Muskulatur lässt sich nicht willkürlich beeinflussen. Das funktioniert nur, wenn bestimmte Nerven aktiviert und spezielle Botenstoffe gebildet werden. Dann erschlafft die Schwellkörpermuskulatur, die Arterien weiten sich, Blut fließt in den Penis. Außerdem bilden sich kleine Hohlräume, ähnlich wie Löcher in einem Schwamm, die ebenfalls Blut aufnehmen. Durch einen komplizierten Mechanismus kann das Blut jetzt nicht mehr abfließen - der Penis wird größer. Dieser komplexe Vorgang wird durch das Hormon Testosteron gesteuert. Zunichte gemacht werden kann die Wirkung durch ein anderes Hormon, das Cortisol. Dieses entsteht, wenn man Stress hat. Jetzt wissen Sie auch, warum Ärger und Stress echte Lustkiller sind.
Bei der Ejakulation (Samenerguss) werden die Spermien und ein Drüsensekret durch die Harnröhre in die Vagina gespritzt. Das wird von einem Orgasmus begleitet. Dabei ziehen sich die Muskelzellen der Schwellkörper und die Muskelzellen der Vorsteherdrüse (Prostata) rhythmisch zusammen. Gebildet werden die Spermien in den Hoden. Diese liegen eingebettet im Hodensack außerhalb des Körpers, weil es hier kühler ist. Das ist wichtig für die jungen Samenzellen. Zu enge Hosen, die die Hoden an den Körper pressen und somit auch wärmen, setzen deshalb die Fruchtbarkeit des Mannes herab.
Die Hoden sind übrigens mit vielen sensiblen Nerven durchzogen, denn sie sind eine der erogenen Zonen des Mannes. Das bedeutet aber auch, dass ein Mann hier besonders sensibel ist, und die Hoden nicht zu fest angefasst werden dürfen.

Spermien "lagern" in den Nebenhoden
Von den Hoden aus gelangen die Spermien in die Nebenhoden. Hier reifen die Spermien aus und warten auf ihren Einsatz. Ist der gekommen, werden sie über den Samenleiter nach oben in Richtung Harnblase transportiert. Dort sammeln sie sich in der so genannten Ampulle - das ist eine verdickte Stelle, die vor der Prostata liegt. Kommt es zur Ejakulation, werden die Spermien durch die Prostata in die Harnröhre befördert. Dabei wird dem Sperma noch ein klares Sekret zugeschossen. Dies ist alkalischer, kann deshalb das saure Scheidensekret im Körper der Frau neutralisieren und den Spermien somit das Vorankommen erleichtern. Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, hat die Gestalt und Größe einer Esskastanie. Sie besteht aus 30 bis 50 Einzeldrüsen sowie Muskelfasern. Bei fast allen Männern wächst die Prostata im Laufe des Lebens. Weil die Harnröhre durch die Prostata verläuft, wird diese mit der Zeit etwas zusammengedrückt. Deshalb verbringen Männer mit zunehmenden Alter immer mehr Zeit auf der Toilette. Denn: Der Harnstrahl wird durch das wuchernde Gewebe dünner - dadurch dauert das Wasserlassen länger.
Für den Betroffenen ist es natürlich sehr wichtig zu wissen, ob das Gewebe gut- oder bösartig ist. Ist es ungefährlich, handelt es sich um die so genannte benigne Prostatahyperplasie (BPH). Ist es bösartig, handelt es sich um Krebs. Der Arzt kann die Diagnose auf zwei Wegen stellen: Er entnimmt Gewebe oder bestimmt den PSA-Wert. PSA ist Bestandteil des Sekrets, das in der Prostata gebildet wird und der Verdünnung des Spermas dient. Experten gehen davon aus, dass die Erhöhung des PSA-Wertes in 70 Prozent der Fälle auf Krebs hinweisen. Ab dem 45. Lebensjahr zahlen die Kassen übrigens die Prostatakrebs-Vorsorge - leider nehmen aber nur 18 Prozent der betroffenen Männer dieses Angebot wahr.

Die häufigsten Krankheiten
Penisentzündung (Balanitis): Sie ist eigentlich eine Entzündung der Eichel durch Bakterien, Hefepilze oder Überreizung.

Harnröhren-Verengung: Infolge einer Entzündung, Stress oder Verletzung (zu dicker Katheter) kann die Harnröhre vernarben. Der Harnstrahl wird schwächer.

Penistumor: Meist an Eichel oder Eichelwulst aufkommende Wucherung. Auslöser: Infektionen oder anhaltende Reizung.

Priapismus: Schmerzhafte Dauererektion ohne Erregung.

Penisbruch: Wird der Penis im erigierten Zustand zu stark gekrümmt (zu heftiger Sex), kommt es zum Bruch. Er kann wieder genäht werden, aber die Funktionsfähigkeit leidet darunter.

Prostata-Vergrößerung: Das Prostatagewebe vermehrt sich, drückt allmählich die Harnröhre zusammen und behindert das Wasserlassen. Ursache: meist eine gutartige Wucherung.

Prostatakrebs: Altersleiden, beginnt meist als kleiner Knoten in der Drüse, kann im Frühstadium geheilt werden. Weil dieser Krebs meist sehr langsam wächst, sterben die meisten Männer, ohne dass er sich bemerkbar gemacht hat.




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